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Future of Retail – EuroCIS 2024

Future of Retail – EuroCIS 2024

Ohne Personal und ohne Bargeld – aber mit ganz viel Data und OmniChannel 

Die Zukunft im Retail scheint im ersten Schritt ohne Verkäufer, ohne Bargeld und möglichst immer Omnichannel stattzufinden, wenn man sich auf der diesjährigen EuroCIS bewegt. Passender Slogan in diesem Jahr: GO BEYOND TODAY.

Viele Screens mit Touch und ohne Touch – Mit Kameras und ohne Kameras – mit verschiedensten Preisanzeige- und Werbe-Möglichkeiten – individualisiert und servergesteuert. Der Besucher eine Store Fläche kann vom Ankommen im Store bis zum Beratungsgespräch und Kauf beobachtet und analysiert werden. Der Käufer kann segmentiert und (bei passender Einwilligung) im nächsten Schritt sogar auf der Couch oder auf dem Weg zur Arbeit an dem passenden Moment mit neuen, zu seiner Kaufhistorie passenden, Produkten versorgt werden. Der Käufer wird zum User und bekommt auf seiner Digitalen Customer Journey alle Benefits, die Loyality Programme hergeben.
Die Warenwirtschaft ist mit Prediction Tools verbunden und es wird nie mehr ein Out Of Stock alert geben. Eine wirklich spannende und kundenorientiere Welt, die sehr viel vereinfacht und natürlich auch dem Kunden sehr viel Vereinfachung im Einkauf und der Erfüllung von Wünschen bietet.
Und über all dem steht das große Versprechen der Künstliche Intelligenz.

Die Top 6 Trendthemen:

Personalisierte Einkaufserlebnisse

KI und Technologien des maschinellen Lernens sind entscheidend für die Analyse großer Mengen von Kundendaten, um individuelle Vorlieben, Verhaltensweisen und Kaufmuster zu verstehen. Mithilfe von Algorithmen können Einzelhändler personalisierte Produktempfehlungen erstellen, Marketingkampagnen maßschneidern und Preisstrategien optimieren, um die Kundenzufriedenheit und -bindung zu erhöhen. Diese Technologien ermöglichen es Einzelhändlern, sowohl im Geschäft als auch online maßgeschneiderte Erlebnisse zu bieten und so die Kundenbindung und den Umsatz zu steigern. 

Self Check-Out Services

Die Verbreitung von Selbstbedienungskassen verändert die Einzelhandelslandschaft, indem sie den Kunden mehr Komfort und Effizienz bietet und gleichzeitig Wartezeiten und Personalkosten für die Einzelhändler reduziert. Selbstbedienungskassen mit Barcode-Scannern und Zahlungsterminals ermöglichen es den Kunden, ihre Waren selbst zu scannen und zu bezahlen, was das gesamte Einkaufserlebnis verbessert. In sehr vielen Fällen waren auf der EuroCIS auch gleich Anti Shrink Technologien implentiert: Kameras tracken den Kunden im Self Checkout und Produkte werden auch schon automatiert erkannt und zugeordnet. Frischware wie Obst werden durchgängig einem ki-basierten Frischecheck unterzogen. 

Omnichannel-Einzelhandel

Die Integration von Online- und Offline-Einkaufserlebnissen schreitet voran, und Einzelhändler bemühen sich, nahtlose Omnichannel-Erlebnisse zu bieten. Dazu gehören Initiativen wie „Online kaufen, im Geschäft abholen“ (BOPIS), Abholung am Straßenrand und einheitliche Bestandsverwaltungssysteme, um ein konsistentes Einkaufserlebnis über alle Kanäle hinweg zu gewährleisten. Auch hier gab es einige Systemanbieter und entsprechende Best Cases zu erleben. Mit einer konsistenten und sehr gut aufgesetzten Datenbasis als Fundament lassen sich viele Datenpunkte und Omnichannel Ansätze umsetzen. Als absoluten Bestcase auf der EuroCIS hat Tschibo mit seinem umfassenden Ansatz mit SAP als Partner seine Struktur von zahlreichen „Omnichannel Services” – diese ermöglichen die Durchführung und Anbindung aller Kunden-Touchpoints über alle Kanäle hinweg. Dazu zählen beispielsweise:

    • „Customer Data“ mit einer Enterprise Customer Data Platform (CDP) als technologische Grundlage.
    • „Order Management” zur optimierten Auftragsabwicklung.
    • Registrierungs- und Login-Funktionen für die datenschutzkonforme Nutzung der Online-Angebote.
    • eine Loyalty-Lösung zur effizienten Gestaltung eines personalisierten Treueprogramms, mit dem die Markenbindung nachhaltig gestärkt werden kann.
    • Retourenverwaltung zur kanalübergreifenden Abwicklung von Rückläufern.
    • Payment- und Checkout-Features für unterschiedliche Zahlungsmöglichkeiten und einen reibungslosen Abschluss des Einkaufs.
    • „Promotion Management und Pricing” mit dem Feature, Preise in Sekundenschnelle für alle Kanäle zu ändern.
    • „Omnichannel-Verfügbarkeit” mit der Abfrage von Bestandsinformationen für alle Kanäle nahezu in Echtzeit.
    • „Abrechnung von Abonnements”, integriert in das Kernfinanzwesen. Übrigens hat Tchibo gerade ein Kaffee-Abo vorgestellt — mit mehr als 90 Kaffeesorten in der Auswahl. Die kommen regelmäßig und zuverlässig versandkostenfrei ins Haus, in selbst gewählten Lieferintervallen von zwei bis zwölf Wochen

 

Nachhaltigkeitsinitiativen

Verbraucher machen sich zunehmend Gedanken über den Umweltschutz, was Einzelhändler dazu veranlasst, umweltfreundliche Praktiken einzuführen und nachhaltige Produkte anzubieten. Von der Reduzierung von Verpackungsmüll bis zur Beschaffung ethisch produzierter Waren passen Einzelhändler ihre Betriebsabläufe an Nachhaltigkeitsziele an, um umweltbewusste Verbraucher anzusprechen und sich im Markt zu differenzieren.

Erweiterte Realität (AR) und virtuelle Anproben

KI-Algorithmen unterstützen AR- und virtuelle Anprobetechnologien, indem sie Echtzeit-Rendering, Objekterkennung und die Simulation von Produktinteraktionen ermöglichen. Modelle des maschinellen Lernens analysieren Benutzereingaben wie Körpermaße oder Gesichtszüge, um präzise virtuelle Anproben zu ermöglichen. Durch den Einsatz von KI können Einzelhändler immersive und personalisierte Einkaufserlebnisse anbieten, die es den Kunden ermöglichen, Produkte in ihrer Umgebung zu visualisieren und fundierte Kaufentscheidungen zu treffen. Darüber hinaus können Algorithmen des maschinellen Lernens AR-Anwendungen auf der Grundlage von Nutzerfeedback optimieren und so die Benutzerfreundlichkeit und Kundenzufriedenheit im Laufe der Zeit verbessern. Hier war auf der EuroCIS leider nicht so viel zu sehen und erleben – hier hätte ich mir Anbieter wie Zero10 gewünscht – aber die Messe in Düsseldorf hatte auch eher den Fokus auf LEH als auf Fashion.

Seamless Payment

„Seamless Payment“ im Einzelhandel bezieht sich auf ein Zahlungserlebnis, das für den Kunden nahtlos und reibungslos ist, ohne Unterbrechungen oder Unannehmlichkeiten während des gesamten Bezahlvorgangs. Dies kann verschiedene Elemente umfassen:

  1. Integrierte Zahlungsmethoden: Die Möglichkeit, verschiedene Zahlungsmethoden wie Kreditkarten, Debitkarten, mobile Zahlungen (z.B. Apple Pay, Google Pay), kontaktlose Zahlungen usw. anzunehmen, ohne dass der Kunde zwischen verschiedenen Terminals oder Systemen wechseln muss.
  2. Einfache Transaktionsabwicklung: Ein reibungsloser Prozess von der Auswahl der Produkte bis zur Zahlung, ohne unnötige Schritte oder Verzögerungen. Dies kann durch effiziente Kassensysteme und Software erreicht werden.
  3. Integration von Online- und Offline-Zahlungen: Die Möglichkeit, nahtlos zwischen Online- und Offline-Zahlungen zu wechseln, z. B. indem Kunden Online-Bestellungen im Geschäft abholen und direkt an der Kasse bezahlen können.
  4. Automatische Abrechnung und Buchführung: Die Integration von Zahlungssystemen mit Buchhaltungs- und Inventarverwaltungssystemen, um den Prozess der Abrechnung, Buchführung und Bestandsverfolgung zu automatisieren und zu vereinfachen.
  5. Sicherheit und Datenschutz: Gewährleistung eines sicheren Zahlungsumfelds, das die sensiblen Finanzdaten der Kunden schützt und gleichzeitig die Einhaltung geltender Datenschutzbestimmungen gewährleistet.

Insgesamt zielt das Konzept des „Seamless Payment“ darauf ab, die Kundenerfahrung zu verbessern, indem Zahlungen schnell, einfach und sicher gemacht werden, ohne dass der Kunde durch technische Komplikationen oder ineffiziente Prozesse gestört wird. Hier waren alle relevanten Anbieter auf der Messe zu treffen. Spannend waren die Möglichkeiten und Services, die sich auch mit dem passenden CRM im Aftersales ergeben können.

Fazit des Besuchs auf der EuroCIS 2024

Die Funktionen von KI und maschinellem Lernen und die innovativen Lösungen tragen dazu bei, die Kundenbindung zu erhöhen, die betriebliche Effizienz zu verbessern und das Umsatzwachstum für Einzelhändler durch verschiedene Innovationstrends im Einzelhandel zu steigern.

Aber hier wie auch in sehr vielen Bereichen ist ein Learning entscheidend. Ganz ohne Menschen können Menschen nicht sein und so gut diese vielen verschiedenen Lösungen sind – so komplex ist die Integration und das Management.

Und nach einem Messebesuch beginnt die Arbeit natürlich erst: Wie bekomme ich als Retailer die richtigen Lösungen präsentiert, wer sind die richtigen Partner für meine Omnichannel Strategie und wie bekommen ich meinen Hard und Software-Connect möglichst einfach und kosteneffizient umgesetzt und über welche Payment Dienstleister habe ich welche Möglichkeiten in der Zahlungsabwicklung. Hier hilft nur die Recherche und das Gespräch mit den Anbietern – eine perfekte Plattform für diese Herausforderungen bietet vom 03. – 05 Dezember ISPO Munich 2024.
Denn auch hier beweist sich wieder: Digital ist natürlich nur eine Brücke zum echten Erleben.